Der congress Schladming

Das multifunktionelle Veranstaltungs- und Kommunikationszentrum zeigte von Beginn an Größe

In Schladming wurden vor der Alpinen Ski-WM 2013 umfangreiche Bauprojekte realisiert. Der „congress Schladming“ war eines der größten.

 

Die Errichtung des congress Schladming, bis zu seiner Eröffnung im November 2011, stieß keineswegs auf allgemeine Zustimmung. Kritiker befanden das Projekt als zu groß, zu teuer und zu fragwürdig in Bezug auf seine Nachnutzung.

Heute wissen wir: Der congress Schladming bestand seine Feuertaufe noch vor der Ski-WM und bewährte sich während des Großereignisses als Mediencenter in seiner Funktion als Dreh- und Angelpunkt für die internationale Berichterstattung.

 

Wirtschaftlich erfolgreich

Namhafte Konzerne und Event-Agenturen fanden bald Interesse am Schladminger Veranstaltungszentrum und seinen Vorzügen in punkto Größe, Multi-Funktionalität, Catering, räumlicher Flexibilität und technischem Equipment. Für den Standort sprechen überdies die Vielfalt der Sportregion, ihre zeitgemäße Infrastruktur und nicht zuletzt die praktizierte Sorgfalt im Umgang mit den Ressourcen der Umwelt.

All diese und eine Reihe weiterer Kriterien waren wohl ausschlaggebend für den kontinuierlichen Erfolg des congress Schladming. Einen wesentlichen Anteil daran hat das professionelle Management des Hauses, denn 8500 m2 Nutzfläche, vom Keller bis unters Dach, müssen erst vermarktet und erhalten werden.

Unterm Strich belegen die aktuellen Zahlen eine positive Auslastung des Unternehmens und weisen es als wirtschaftlich tragfähig aus. Nicht schlecht – gemessen an der Dimension des congress Schladming in Relation zur Einwohnerzahl des Ortes.

Für Schladming und seine Nachbarorte brachte der Erfolg des Veranstaltungszentrums zusätzliches Wachstum bei den Gästeankünften und Nächtigungen, verbunden mit höheren Umsätzen im heimischen Handel, in der Gastronomie und bei den Freizeitanbietern.

 

Im Einklang mit der Umwelt

Unter dem Aspekt der aktuellen Klimathematik wurde der congress Schladming bewusst mit umweltfreundli-
cher Haustechnik ausgestattet. Einige Details daraus: Auf dem Dach befindet sich eine 1000 m2 große Photo-Voltaikanlage, das Haus ist an ein Bio-Fernwärmesystem angeschlossen (mit  Konzepten zur Wärmerückgewinnung), und die WC-Anlagen funk-
tionieren mit Brauchwassernutzung und wasserlosen Pissoirs.

Der congress Schladming besticht durch seine offene Struktur, bei der das Gebirgspanorama die Kulisse bildet. Das Konzept findet im Inneren des Hauses seine Fortsetzung, wo bevorzugt natürliche Materialien wie Holz und heimischer Loden zum Einsatz kamen.

 

Events

Im congress Schladming finden mehrmals pro Jahr  ein- oder mehrtägige, öffentlich zugängliche Veranstaltungen statt. Darüber informiert die Internetseite www.congress-schladming.at (hier sind auch ausführliche Details über das Unternehmen zu erfahren).

 

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Bilder: congress Schladming; Foto MOOM/Steiner

Der Junker – ein echter Steirer

Ein urtypisch steirischer Jungwein vereint Geschmack und Tradition

Alljährlich präsentiert sich Anfang November – wenige Tage vor dem Martinifest – der neue Jahrgang der Marke „Steirischer Junker“.

 

Das Laub der Bäume wird zunehmend bunter, die Luft ist frisch und klar, und mit dem ersten Reif zieht für Genießer ein lang ersehnter Jahresabschnitt ins Land. Während es in den Weinkellern noch gärt, freuen sich die Liebhaber edler Tropfen bereits auf die Kostproben der ersten Jungweine.

Als Pendant zum Beaujolais Primeur bzw. Beaujolais Nouveau, einem jungen französischen Rotwein, tritt in der Steiermark beinahe zeitgleich ein Wein in den Vordergrund, der sich nicht nur hierzulande größter Beliebtheit erfreut – der Steirische Junker. Er ist gekennzeichnet von fruchtigen Aromen und einem erfrischend spritzigen Geschmack. Ein Produkt voll jugendlichem Zeitgeist.

 

Zur Historie

In den 80er-Jahren kam eine Handvoll steirischer Winzer überein, einen hochwertigen Jungwein auf den Markt zu bringen.

Als Ergebnis dieser Kooperation konnte 1987 erstmals der Steirische Junker präsentiert werden – ein Produkt, das bereits im November trinkfertig in den Handel kommt und dabei höchsten Qualitätsanforderungen entspricht. Für damalige Begriffe ein absolutes Novum.

Mit einem erstklassigen Erzeugnis als Grundvoraussetzung, sowie einer einheitlichen Werbelinie und Vermarktung, stellten sich bald Erfolge ein.

Von Beginn an waren über 100 Winzer an der Junkerproduktion beteiligt, diese Zahl stieg kontinuierlich, mitunter bis auf über 300.

Im Jahr 2002 wurden erstmals über eine Million Flaschen abgefüllt, womit der Junker rund zwei Drittel des Marktanteiles an Österreichs Jungweinen erreichte.

 

Die Sicherung des Qualitätsstandards

Zum echten Junker wird ein in der Steiermark hergestellter Wein nur unter dem Patronat der „Marktgemeinschaft Steirischer Wein“. Dieses Gremium sichert seit 1995 die Qualitätskontrolle und überwacht zugleich den Markenschutz – ein Procedere, bei dem sich der junge steirische Wein einer Reihe von Kriterien stellen muss, bevor er sich offiziell Steirischer Junker nennen darf:

  • Er entsteht aus typischen Rebsorten der Steiermark, wobei der Winzer selbst entscheidet, welche Trauben er verwendet.
  • Er kann reinsortig oder als Cuvée angeboten werden.
  • Der Junker ist vorwiegend als Weißwein erhältlich, seltener als Schilcher, Rotwein oder Rosé.
  • Der Wein wird im Stil der Steirischen Klassik Dies bedeutet, dass weder Holz zum Einsatz kommt, noch darf der Wein einen Restzucker von mehr als vier Gramm pro Liter enthalten. Damit zählt er zu den ausgesprochen trockenen Sorten.
  • Der Steirische Junker entspricht der Stufe Qualitätswein.
  • Der fertige Wein darf maximal 12 % vol. Alkohol aufweisen.
  • Ein Steirerhut mit Gamsbart, als unverwechselbares Logo, kennzeichnet den echten Junker.

Die Einhaltung dieser Richtlinien wird streng überprüft, und eine professionelle Kommission entscheidet mittels Verkostungen, ob der Junker allen gestellten Anforderungen entspricht.

 

Auf den Zeitpunkt kommt’s an

Präsentiert wird der Junker alljährlich am Mittwoch vor Martini. Erst ab diesem Tag durfte der Junker ausgeschenkt werden.

Der Junker – die Bezeichnung steht ebenso als Synonym für den Verzehr – sollte „jung“ getrunken werden. Die heimische Gastronomie entspricht dieser Empfehlung und bietet den Junker vorwiegend im frühen Winter an, zumeist in Verbindung mit regionalen Schmankerln. Überdies veranstalten steirische Winzer hin und wieder Verkostungen auf den Skibergen der Region. Unter dem Label Wein im Schnee oder ähnlich lautenden Bezeichnungen, ist jedermann eingeladen, die charakteristische Vielfalt steirischer Weine kennen zu lernen.

Wer die Qualität der Produkte zu schätzen weiß und sich schließlich als Souvenir den ein oder anderen edlen Tropfen mit nachhause nehmen will, findet im regionalen Fachhandel ein breit gefächertes Angebot.

Steirischer Junker © Steiermark Tourismus

Logo Junker

Bild: Steiermark Tourismus

Im Portrait: Anna Sprung

Im Jahr 1999 übersiedelte die russische Top-Biathletin Anna Fillipowa der Liebe wegen nach Österreich

Anna Sprung wurde 1975 als Anna Fillipowa auf der russischen Halbinsel Kamtschatka geboren.

 

Als quirliges Kind mit ausgeprägtem Bewegungsdrang, wie sie sich selbst beschreibt, versuchte die junge Anna eine ganze Reihe von Sportarten, bevor sie im Biathlon ihre eigentliche Passion fand.

Ein Motiv dafür war wohl die Popularität der „Nordischen“, die in Russland eine ebenso hohe Reputation genießen wie hierzulande die „Alpinen“ – sportlich, wirtschaftlich und auch gesellschaftlich.

Zudem sind die Trainingsbedingungen auf Kamtschatka ideal. Auf den höchsten Erhebungen der Halbinsel, sie reichen bis zu 4750 m, liegt das ganze Jahr über Schnee.

Ein Talent zeichnet sich ab

Die heranwachsende Anna Fillipowa war von Beginn an erfolgreich. Sie qualifizierte sich über schulische und regionale Bewerbe, gewann nationale Meisterschaften und wurde schließlich zu Weltmeisterschaften und zuletzt zur Winter-Olympiade 1998 in Nagano (Japan) entsandt.

Im Alter von 23 Jahren lernte Anna den Österreicher Gerhard Sprung kennen, den damaligen Manager des russisch alpinen Skiteams. Sie zog zu ihm nach Ramsau am Dachstein, wo die beiden im Jahr 2000 heirateten.

Bis zum Ende ihrer aktiven Laufbahn, im Jahr 2005, war Anna Sprung auch für ihre neue Heimat sportlich erfolgreich. Später wurde sie in das Trainerteam der Skihandelsschule Schladming berufen, wo sie unter anderem Martin Maier Schießunterricht erteilte. Der hochtalentierte Biathlet wurde im Jahr 2010 Jugendweltmeister – mit einer fehlerfreien Leistung am Schießstand.

Zuletzt war Anna noch bis 2013 für den Steirischen Skiverband als Trainerin tätig.

Anna Sprungs Erfolge
(zum Vergrößern Bild anklicken)

 

Anna Sprung mit russ Biathlon-Mannschaft Anna Sprung Langlauf
Anna (2. von rechts) im Bild mit dem russischen Biathlon-Team. Anna zählt zu den erfolgreichsten Biathletinnen ihrer Generation.

 

Abseits des Sports

Seit 2004 leiten Gerhard und Anna Sprung den gastronomischen Bereich im Veranstaltungszentrum in Ramsau am Dachstein. An diesem Standort, in unmittelbarer Nachbarschaft zum WM-Langlauf-Stadion, pflegt Anna Sprung weiterhin ihre langjährigen Kontakte zum Nordischen Sport. Man kennt sich eben in der Szene! Und ein immer wieder gerne gesehener Gast ist der mehrfache Langlauf-Medaillengewinner Michail Botwinow, der als ehemaliger russischer Langläufer später für Österreich startete und für beide Länder höchst erfolgreich war. Eine bezeichnende Parallele zu Annas Laufbahn.

Anna Sprung hat zwei Töchter: Anne-Marie (8) versucht sich sportlich „in der Spur“ ihrer Mutter zu behaupten; Anastasia (18) hingegen, absolviert eine Hochschul-Ausbildung in kreativen Fächern.

Die Neuorientierung

Heute, mit 39 Jahren, gibt Anna ihre Erfahrungen aus dem Profisport als selbständige Personal Trainerin und Fitness-Coach weiter. „Weltmeisterlich maßgeschneidert“, wie sie es nennt, wobei das körperliche und mentale Leistungspotential über individuelle In- und Outdoor-Trainingsprogramme gesteigert wird. In Ernährungsfragen arbeitet Anna partnerschaftlich mit dem Schladminger Biofachgeschäft BioChi zusammen. Schließlich geht’s um das Gesamtpaket Mensch. Mit der Aussage: „Jeder Körper ist ein Einzelstück!“, verdeutlicht Anna ihr Konzept.

Kontaktdaten:
Anna Sprung
Ort 350, 8972 Ramsau am Dachstein
Tel.: +43 (0) 664 / 27 56 653
www.annasprung.at
info@annasprung.at

 

Im Portrait: Reinhard Tritscher

Von der Ramsau in die weite Welt und wieder zurück

Reinhard Tritscher war der erste Skirennläufer aus der Region, der es zu Weltcupehren brachte.

 

In den 60er- und 70er-Jahren zählte Reinhard Tritscher zu den Ausnahmetalenten im internationalen Skirennsport. Als einer der wenigen dieser Zeit schaffte er es, in allen damals bestehenden Disziplinen siegreich zu sein. Er zählt somit zu den wenigen, ganz großen Allroundern.

Dem Schnee und seinen „zwei Brettel’n“ ist er auch nach seiner aktiven Laufbahn stets treu geblieben, auch wenn er sie heute lieber für Skitouren anschnallt.

Reinhard Tritscher (c)TVBRamsau (1)

 

Ein Talent wird erkannt

Das Skifahren begleitet Reinhard Tritscher von Kindesbeinen an. Der heute 67-Jährige erinnert sich noch genau an seine ersten Skier, die er von seinen älteren Geschwistern übernommen hat. „Angefertigt wurden sie von unserem Vater. Der war Zimmermann und handwerklich sehr geschickt. Auch mit meinem älteren Bruder Hans bastelte ich so einiges an den Skiern herum“, erinnert sich Reinhard. Vermutlich war dies einer der Gründe, weshalb Reinhard bereits in jungen Jahren seinen Konkurrenten bei den meisten Skirennen immer um einige Zehntelsekunden voraus war.

Bei aller Leidenschaft zum Rennfahren war es für Reinhard dennoch wichtig, eine ordentliche Ausbildung an-zustreben. Deshalb besuchte er nach Beendigung seiner Pflichtschulzeit die Bundesfachschule für Maschinenbau in Hallein. „Es war keine leichte Zeit, da man Schule und Skifahren unter einen Hut bringen musste. Aber ich bin froh über diese Ausbildung. Sie kommt mir oft heute noch zugute“, ist Reinhard überzeugt.

Von Erfolgen und Rückschlägen

Reinhard Tritscher beherrschte wie kein anderer einen extrem kurzen Slalomschwung. Mit dieser Begabung machte er bereits in jungen Jahren als außerordentliches Talent auf sich aufmerksam. Bald folgte ein erster, wertvoller Meilenstein in Richtung Karriere als Skirennläufer: Reinhard siegte bei österreichischen Jugendmeisterschaften.

Dieser Titel bedeutete zugleich die Aufnahme in den österreichischen Jugendkader und später in den B-Kader, dem der damals 18-Jährige ab dem Jahr 1964 angehörte. Den Sprung in die österreichische Nationalmannschaft schaffte Reinhard im Alter von 21 Jahren, nachdem er 1968 noch österreichischer Meister im Riesenslalom wurde.

Sportliche Größen aus dieser Epoche, wie Karl Schranz, Gerhard Nenning, Jean-Claude Killy, Gustav Thöni – später noch Franz Klammer und David Zwilling – zählten ab diesem Zeitpunkt zu Reinhards stärksten Konkurrenten.

Im Jahr 1969, am Höhepunkt seiner Karriere, verhinderte eine Reihe von Verletzungen die weitere sportliche Karriere des sympathischen Ramsauers. „Der Weg zurück war sehr hart, doch ich schaffte es erneut an die Spitze“, erzählt Reinhard und fügt mit sichtlichem Stolz hinzu, welche Genugtuung es war „die Abfahrt in Val d’Isere nach eineinhalb Jahren verletzungsbedingter Pause gewonnen zu haben“. Das Skitalent war wieder zurück.

In Summe schaffte Reinhard Tritscher in seiner Karriere 36 Top-Ten-Platzierungen, darunter acht Podestplätze und vier Weltcupsiege in den Disziplinen Slalom, Riesenslalom und Abfahrt. Bei den olympischen Winterspielen 1972 in Sapporo erkämpfte Tritscher den achten Platz.

Seine Karriere musste Reinhard Tritscher im Alter von nur 29 Jahren beenden. Ausschlaggebend für dieses frühe Aus war abermals eine schwere Verletzung.

Reinhard Tritscher war der erste Skirennläufer aus der Region, der es zu Weltcup-ehren brachte. Fragt man ihn heute nach seinen schönsten Erfolgen aus dieser Zeit, so werden viele angenehme Erinnerungen wach: „Für mich zählen alle Weltcupsiege. Ich war damals einer der wenigen, die in jeder Disziplin gewinnen konnten. Mit jedem dieser Siege verbinden mich ganz besondere Erinnerungen.“

Als außerordentlichen Höhepunkt in seiner sportlichen Laufbahn bezeichnet Reinhard dennoch den Sieg in der Abfahrt von Val d’Isere 1972 – vor Größen wie Bernhard Russi oder Franz Klammer.

Reinhard Tritscher Steckbrief

 

(zum Vergrößern Bild anklicken)

 

Der schönste Platz ist doch daheim

Gerade weil Reinhard Tritscher in seinem Leben viel von der Welt gesehen hat, schätzt er aus Überzeugung seine Heimat Ramsau am Dachstein. Hier ist sein Geburtsort, hier bewohnt er gemeinsam mit seiner Frau ein Haus, von dem er den Ausblick auf den Dachstein und die Tauern genießen kann. Nirgendwo sonst gibt es für ihn einen Ort, der ihm so viel bietet und bedeutet.

Heute hat der einstige Spitzenrennläufer das Alpinskifahren nach eigenen Aussagen beinahe gänzlich an den Nagel gehängt. Dem Schnee und der Natur ist er dennoch treu geblieben. Mit Freude erzählt Reinhard über sein jetziges Hobby, das Tourenskigehen. „Der Sport fasziniert mich. Das Gehen, die Bewegung, die Natur gefällt mir und es hält mich fit, das genieße ich“.

An die 500 Mal war Reinhard bislang zu Fuß oder mit Tourenskiern auf „seinem“ Hausberg, der Scheichenspitze. Denn das Panorama fasziniert ihn dort immer wieder aufs Neue.