Die Hochzeit

Öblarner Festspiele von 7. Juli bis 11. August: Historische Freiluft-Aufführungen vor authentischer Kulisse in Öblarn

„Die Hochzeit“ ist ein Stück der Öblarner Dichterin und Schriftstellerin Paula Grogger, die mit diesem Werk dem „Steirischen Prinz“ Erzherzog Johann ein Denkmal setzte.

Die Handlung spielt im Jahr 1821, als Erzherzog Johann, der Bruder des damaligen österreichischen Kaisers Franz, anlässlich einer Hochzeit als Brautführer in Öblarn weilte. Er nutzte die Gelegenheit zu einem Treffen mit seiner Geliebten, der Postmeisterstochter Anna Plochl . . .

. . . womit wir mittendrin sind in den Ereignissen rund um Die Hochzeit.

Historisch belegt

„Prinz liebt Bürgerliche!“, eine Meldung wie diese berührt die Menschen seit jeher und lieferte den Stoff für so manche Filmproduktion. Vor knapp 200 Jahren hingegen, angesichts zeitgenössischer Moral und Standesdünkel, wertete der Hofadel diese Nachricht als unglaublichen Skandal, umso mehr, als der Prinz ganze 22 Jahre älter war als seine Auserwählte.

Zwar bilden die Protagonisten des Stückes den Kern der Handlung, doch hinter allem verbirgt sich die Verehrung der Autorin zu Erzherzog Johann, der als Reformer dem Zeitgeist weit voraus war. Er schuf kulturelle, bildnerische, soziale und wirtschaftliche Einrichtungen, die im Wesentlichen noch heute bestehen. Als steirischer Landespatron wird er nach wie vor in Liedern und Texten verehrt.

Ein Spiegel der Zeit

Die steirische Bevölkerung liebte Erzherzog Johann aufrichtig. Er galt als ihr Förderer und Gönner, der sein kaiserliches Amt zum Wohle der Allgemeinheit ausübte. Vor diesem Hintergrund lässt sich erahnen, welchen Eindruck das plötzliche Auftauchen ihres Prinzen für die Bevölkerung des kleinen Ortes Öblarn hinterließ. Alles war auf den Beinen, um wenigstens ein paar Eindrücke zu erhaschen.

Mehr als 100 Jahre später griff Paula Grogger die Geschehnisse auf und schuf mit Die Hochzeit ein Werk, das 1936 uraufgeführt wurde und nun alle fünf bis sechs Jahre dargeboten wird.

Authentisch bis ins Detail

Das Besondere an der Aufführung ist die strenge Einhaltung aller historischen Vorgaben. Dazu zählen die Kleidung und Accessoires aus dem 19. Jahrhundert, ebenso wie der unverfälschte Dialekt. Er wird ausnahmslos von Laiendarstellern gesprochen, zum Teil sind es direkte Nachkommen der damals involvierten Personen.

Der Öblarner Marktplatz ist ein tragendes Element der Aufführung. Er wurde in den vergangenen zwei Jahrhunderten nicht verändert und bildet eine originalgetreue Kulisse – baulich unverfälscht und malerisch wie eh und jeh.

Die Aufführungen 2018

Die Premiere erfolgt am Samstag, dem 7. Juli. Die anschließenden Aufführungen finden an den weiteren Wochenenden, jeweils Freitag und Samstag, statt. Die letzte Aufführung erfolgt am 11. August. Die Beginnzeiten sind einheitlich mit 18 Uhr festgelegt.

Für wetterbedingte Absagen gibt es Ersatztermine oder die Rückerstattung des Ticketpreises.

Karten sind im Vorverkauf bei oeticket.com sowie in allen oeticket-Vorverkaufsstellen wie Raiffeisenbanken und Trafiken erhältlich. Aktuelle Infos über Die Hochzeit gibts auf www.festspiel.at

Öblarner Festspiele © Christoph HuberBild © Christoph Huber

Über die Autorin Paula Grogger

Paula Grogger wurde 1892 in Öblarn geboren. Als eine der wenigen Frauen ihrer Zeit legt sie die Reifeprüfung ab, wird in Salzburg zur Pädagogin ausgebildet, kommt 1914 wieder in ihren Heimatort zurück und nimmt hier eine Stelle als Lehrerin an.

1917 veröffentlicht Paula Grogger ihr erstes Werk, Das Christkindl im Steirerland. Es folgen weitere Publikationen, darunter eines ihrer bekanntesten Werke, Das Grimmingtor.

Die Autorin erhält 1952 den Peter-Rosegger-Preis, eine hohe, literarische Auszeichnung des Landes Steiermark. 1980 beendet die mittlerweile zur Professorin Ernannte ihre Karriere als Schriftstellerin. Paula Grogger stirbt 1984, im Alter von 91 Jahren in Öblarn. Ihr Haus steht heute der Öffentlichkeit als Museum offen (sonntags, 10 bis 11.30 Uhr, Infos: Tel. 0676 / 91 34 464 und www.paulagrogger.at).

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Das Paula Grogger Museum in Öblarn (© Infopoint Magazin)