Die Special Olympics Organisation

Ein Wegbereiter für mehr Akzeptanz und Integration

Special Olympics ist ein weltumspannender und weltbewegender Gedanke im Sinne der Integration intellektuell beeinträchtigter Mitmenschen. Nicht zu verwechseln mit den Paralympics, deren Fürsorge sich vorwiegend an Menschen mit körperlichen Behinderungen richtet.

Der Impuls zur Entwicklung von Special Olympics ging von Amerika aus und wird mittlerweile über sportliche Großveranstaltungen international weitergetragen.

Zu Beginn stand eine Frau

Der Anfang von Special Olympics geht auf das Jahr 1962 zurück, als Eunice Kennedy Shriver (die Schwester des später ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy) Sommercamps für Menschen mit mentalen Beeinträchtigungen organisierte. Bald wurde ersichtlich, dass körperliche Aktivitäten ein beträchtliches Mehr an Lebensqualität für diese ganz besonderen Menschen bedeutet.

Auf diese Weise  entstand allmählich ein neuer, weitestgehend unbefangener Zugang zu Begriffen wie „Behinderung“ oder „Beeinträchtigung“, auch über den Personenkreis von Betroffe-
nen und ihre Angehörigen hinaus.

Eunice Kennedy-Shriver ist es zu verdanken, dass 1968 in Chicago (USA) die ersten Internationalen Special Olympics Sommerspiele stattfinden konnten, damals mit 1000 Sportlern aus den beiden Ländern Kanada und USA. Zum Vergleich: an den Special Olympics Sommerspielen 2015 in Los Angeles (USA), nahmen 7000 Sportler aus 177 Nationen teil.

Eunice Kennedy Shriver_Nelson Mandela © Special Olympics

 

Die weitere Entwicklung

Den  Spielen in Chicago folgten 29 weitere Special Olympics Games, vorerst nur im Sommer, ab 1977 auch im Winter.

Heute zählen 4,2 Millionen Athleten in 170 Ländern zur großen Gemeinschaft von Special Olympics, und viele davon nehmen regelmäßig an nationalen und internationalen Sportveranstaltungen sowie Trainings teil.

 

Rückblicke und Erfahrungen

Im Jahr 1993 war Österreich Austragungsort der ersten Special Olympics World Winter Games außerhalb des amerikanischen Kontinents. Die alpinen und nordischen Bewerbe fanden in Schladming und Ramsau am Dachstein statt, die Hallenbewerbe in Salzburg.

Heimischen Zeitzeugen ist das Ereignis nach wie vor in bester Erinnerung – vor allem die Erfahrung darüber, wie sehr es zum Abbau von Hemmschwellen und Berührungsängsten beigetragen hat. Um es auf den Punkt zu bringen: Die Spiele waren ein Meilenstein im Sinne von Menschlichkeit, Verständnis, Akzeptanz und Integration.

Einen wesentlichen Beitrag in Sachen Öffentlichkeitsarbeit dazu leisteten namhafte internationale Stars mit ihren Auftritten vor Ort: David Hasselhoff, die Pointer Sisters und allen voran Arnold Schwarzenegger, zum damaligen Zeitpunkt Internationaler Botschafter von Special Olympics.

 

Eine Vorschau

Im März 2017 werden abermals Special Olympics World Winter Games in Schladming und Ramsau am Dachstein ausgetragen, diesmal in Partnerschaft mit der steirischen Landeshauptstadt Graz als Veranstalter der Hallenbewerbe.

Ein Jahr zuvor, von 10. bis 15. Jänner 2016, findet dazu die Generalprobe unter dem Begriff Pre Games statt.

 

Special Olympics Österreich

Special Olympics Austria wurde im Jahr 1986 als private Gesellschaft gegründet und 1993, im Anschluss an die Special Olympics Welt-Winterspiele, als Verein Special Olympics Österreich neu formiert.

Für diese Entwicklung waren einige wenige Protagonisten maßgebend. Einer davon war der damalige Schwiegersohn der Special Olympics Gründerin Eunice Kennedy Shriver, Arnold Schwarzenegger. Er engagierte sich bereits in den 1980ern für intellektuell beeinträchtigte Menschen in den USA.

Arnold suchte Ende der Achtzigerjahre Kontakte zu politischen und sozialen Entscheidungsträgern in seiner steirischen Heimat, um sie von seiner Vorstellung zu überzeugen, einen internationalen Special Olympics Bewerb in der Steiermark durchzuführen.

 

Hermann Kröll – eine Zentralfigur

Arnold fand in der Person des damaligen Schladminger Bürgermeisters Hermann Kröll einen aufgeschlossenen Ansprechpartner. Durch dessen christliche Grundeinstellung und seine Erfahrungen aus der Austragung der Alpinen Ski-WM 1982, schienen er und Schladming wie prädestiniert für Events dieser Größenordnung.

Nach eingehenden Überlegungen und Absprachen mit allen relevanten wirtschaftlichen sowie politischen Instanzen, beschloss der Schladminger Gemeinderat im November 1989 die Kandidatur zur Austragung der Weltwinterspiele 1993.Schladming erhielt schließlich den Zuschlag durch Special Olympics International und es wurde ein Organisationskomitee unter dem Vorsitz Krölls gegründet. Somit war der Weg frei zur Austragung der Spiele von 20. bis 27. März 1993 in Schladming, Ramsau am Dachstein und Salzburg. An den Bewerben nahmen 1600 Athleten aus 63 Nationen teil. Sie wurden begleitet von einem Tross aus Angehörigen, Betreuern und internationalen Medienvertretern.

Nach dem Erfolg der Spiele übernahm Hermann Kröll die Präsidentschaft der österreichischen Special Olympics Bewegung, der er bis heute vorsteht. In seiner Funktion besichtigte er, gemeinsam mit dem Special Olympics Österreich Team, 13 Weltspiele persönlich.

In den mehr als 20 Jahren seiner ehrenamtlichen Arbeit durfte Hermann Kröll zahlreichen Persönlichkeiten des Weltgeschehens begegnen. Dazu zählen Papst Johannes Paul II., US-Präsident Barack Obama, Nelson Mandela und sein großes Vorbild Eunice Kennedy Shriver, die er bis heute ob ihrer Verdienste verehrt.

Nach eigener Darstellung bezieht Hermann Kröll seine Motivation aus den Erfahrungen und dem Umgang mit intellektuell beeinträchtigten Menschen. „Man bekommt so viel . . . !“, sind seine knappen und aussagekräftigen Worte. Sein Herzenswunsch ist es, dass intellektuell beeinträchtigte Menschen von der Gesellschaft ernstgenommen werden, anstatt sie zu bemitleiden.

Special Olympics organisiert in Österreich alljährlich zahlreiche Veranstaltungen und Wettkämpfe für Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung. Ein Beispiel daraus sind die Special Olympics Familientage in Schladming, die seit 13 Jahren im Sommer abgehalten werden.

SPECIAL OLYMPICS - World Winter Games 2017, Kick-Off

 

Die Weltwinterspiele 2017

In seiner langjährigen Tätigkeit als Politiker und Präsident von Special Olympics Österreich konnte Hermann Kröll viele wertvolle Kontakte knüpfen. Sie waren ihm nützlich für sein großes Vorhaben, in Schladming und Ramsau am Dachstein abermals Weltwinterspiele zu veranstalten und den Gedanken der Integration hierzulande weiter zu vertiefen.

Hermann Kröll, und mit ihm die gesamte Region, freuen sich auf die Spiele im März 2017 und den Besuch von mehr als 3000 Athleten aus 110 Nationen.

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Bilder: Special Olympics, GEPA pictures/Harald Steiner